Q-tip for stem cell donation

Es ändert dein Leben

„Alle 15 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche“ heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS).Mit einer konzernweiten Aktionswoche unterstützt E.ON die DKMS. In Deutschland findet am Donnerstag, den 9. März ein Tag statt, an dem sich auch die E.ON Mitarbeiter an den großen Unternehmensstandorten typisieren lassen können. Wir organisieren dies an 15 Standorten in Deutschland und bei Unternehmen von E.ON in acht Ländern –  Großbritannien, Deutschland, Italien, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Vereinigte Staaten. Wir erzählen, was unsere Kollegen erlebt haben. Hier ist die Geschichte von Johannes Bauer.

„Dass es jemanden gibt, der zu 100 Prozent passt, ist ein Geschenk. Es ändert dein Leben.“ Ich war gerade im Weihnachtsurlaub als ich die E-Mail in meinem Postfach gesehen habe. Es könne sein, dass ich der Richtige für jemanden bin, hieß es da.

Johannes Bauer
Johannes Bauer

Alles fing im Jahr 2010 an. Da gab es diese kostenlose Registrierungsaktion, an der ich ganz spontan mit einem Kollegen teilgenommen hatte. Ganze fünf Jahre hatte sich daraufhin aber nichts getan. In dieser Zeit hatte sich bei mir natürlich viel verändert − ich war inzwischen sogar Vater geworden. Jedenfalls hatte ich schon lange nicht mehr an die ganze Sache gedacht, als plötzlich diese eine Mail kam, die vieles veränderte.

Irgendwie rechnet man ja nicht damit, dass es einen so plötzlich trifft. Aber zwischen uns passte wirklich alles. Im März bin ich direkt nach Dresden gereist. Zugegebener Maßen war mir schon etwas mulmig zumute. Vor allem beschäftigte mich der Gedanke, für wen ich der Richtige sei, was dieser Mensch fühlt, woran er denkt, worum seine Gedanken kreisen. So ging es nicht nur mir, sondern auch den anderen drei, die ich in Dresden getroffen habe – auch auf sie hat jemand gewartet. So lagen wir zusammen in einem Raum, unterhielten uns, schauten einen Film. Irgendwann öffnete sich die Tür. Und dann stand sie da. Sie wollte ihn kennenlernen. Den einen, der perfekt zu ihr passt. Den einen, in den sie ihre Hoffnung setzt. Den einen aus 27 Millionen registrierten. Den einen, dessen Stammzellen ihren Blutkrebs schon einmal bekämpft hatten.

Wir hatten uns vorher schon Gedanken darüber gemacht, wer wohl jeweils unsere Stammzellen erhalten würde, aber plötzlich war alles so real, so nah, so greifbar. Wir alle wussten in diesem Moment, das Richtige getan zu haben. Wir hatten Tränen in den Augen.

Die eigentliche Stammzellentnahme war zum Glück ganz unkompliziert. Die Vorbereitung durch die Ärzte und die Spenderorganisation hätte nicht besser sein können. Nach meiner Spende habe ich irgendwann erfahren, dass meine Stammzellen für einen 17-jährigen Jungen in Russland bestimmt waren. Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als ich das erfahren habe. Als Vater stellt man sich unweigerlich die Frage, wie es sich anfühlen muss, wenn das eigene Kind an Blutkrebs erkrankt und auf den einen richtigen Menschen wartet.

Ich wurde regelmäßig von der DKMS über den Gesundheitszustand des Jungen informiert. Glücklicherweise – heute, nach mehr als einem Jahr – geht es ihm den Umständen entsprechend gut. Nach zwei Jahren besteht die Möglichkeit, Kontakt zueinander aufzunehmen – vorausgesetzt beide Seiten wollen das. Ich würde ihn wirklich kennenlernen, aber so eine Erkrankung muss man erstmal verarbeiten und da gibt es sicherlich andere Dinge, mit denen er sich heute beschäftigt. Nämlich das Zurückfinden in ein neues Leben.

Eines ist für mich klar: Ich würde jederzeit wieder spenden. Man muss sich doch nur fragen, was man alles tun würde, wenn das eigene Kind erkranken würde. Man würde hoffen, den einen Menschen zu finden. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie sich finden lassen würden.

Johannes Bauer ist 32 Jahre alt, verheiratet und  hat zwei Töchter im Alter von 1 und 6 und arbeitet als Freileitungsmonteur beim Bayernwerk.

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