Holding hands

Manchmal braucht man nur einen kleinen Schubs

„Alle 15 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche“ heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS).Mit einer konzernweiten Aktionswoche unterstützt E.ON die DKMS. In Deutschland findet am Donnerstag, den 9. März ein Tag statt, an dem sich auch die E.ON Mitarbeiter an den großen Unternehmensstandorten typisieren lassen können. Wir organisieren dies an 15 Standorten in Deutschland und bei Unternehmen von E.ON in acht Ländern –  Großbritannien, Deutschland, Italien, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Vereinigte Staaten. Wir erzählen, was unsere Kollegen erlebt haben. Hier ist die Geschichte von Kai Fischer.

Sport ist eines meiner größten Hobbys. Ich laufe Marathon, wenn es gut läuft, dann in knapp unter drei Stunden. Acht Mal habe ich die 42.2km schon bezwungen, auch in Berlin und Hamburg. Zweites Hobby sind meine rund 100 Schafe, die auf meinem Bauernhof in der Nähe von Hamburg leben.

Kai Fischer
Kai Fischer

Aber meine Hobbys waren Nebensache, als ich mich dazu entschlossen habe, mich finden zu lassen. Ich war noch bei der Bundeswehr und ein paar Kameraden meinten irgendwann: „Komm, wir registrieren uns mal, vielleicht gibt es ja jemanden, zu dem wir passen“. Also hat sich unsere gesamte Truppe registrieren lassen. Dass ausgerechnet ich derjenige bin, der ein Match hat, hab ich natürlich nicht gedacht.

Bis dahin hat es allerdings auch ein paar Jahre gedauert. Erst 2014 hat man sich bei mir gemeldet. Mich hat es also recht unvorbereitet getroffen, als man mir sagte, dass ich der Richtige aus 29 Millionen Registrierten bin. Auch als klar wurde, dass in meinem Fall eine Knochenmarkspende unter Vollnarkose notwendig sein wird, war für mich sofort klar, dass ich meine Stammzellen spenden werde. Dass die Spende um die halbe Welt reisen wird und einn 14-jähriger Junge aus Kanada darauf wartet, habe ich erst später erfahren. Da wird einem erst bewusst, wie schwer es für Blutkrebspatienten ist, einen passenden Spender zu finden und mir geht es gut, ich bin fit und gesund. Für mich ging es dann zur ersten Voruntersuchungen nach Köln. Drei Wochen später fand der stationäre Eingriff statt: Die Knochenmarktentnahme aus dem Beckenkamm. Klar, man ist sich über die Risiken einer Vollnarkose bewusst und die ersten Tage nach der OP war ich etwas erschöpft. Trotzdem spricht absolut nichts dagegen. Das ist eine total gute Sache. Viele denken so, manchmal braucht man aber wohl einen kleinen Schubs.

Leider konnten meine Stammzellen dem Jungen nur etwas mehr Zeit schenken, sein Leben retten, konnten Sie nicht. Zuerst war die Spende für mich nur eine Sache, aber wenn man sich mit den Schicksalen auseinandersetzt wird es sehr emotional. Letztes Weihnachten habe ich eine Karte von seinen Eltern bekommen. Ich würde gerne antworten, aber was schreibt man Eltern, die ihr Kind verloren haben?

Auch wenn man mit einer Spende nicht immer das Leben der Patienten retten kann, so schenkt man Ihnen meist wertvolle Lebenszeit, die sie mit ihrer Familie verbringen können. Das ist es doch mehr als wert. Also bitte, lassen auch Sie sich finden.

Kai Fischer ist 32 Jahre alt, er ist für Prozess- und Performancemanagement bei e.kundenservice Netz verantwortlich. 2017 steht ein großes Ereignis für ihn an: Seine Hochzeit.

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